Prüfungsrichtlinie

Die Tierheilpraktiker-Prüfung durch den Berufsverband 

Die Verbandsprüfung besteht aus vier Prüfungsteilen:

I. Facharbeit II. schriftliche Prüfung III. praktische Prüfung IV. mündliche Prüfung

Die Facharbeit (Prüfungsteil I.)  muss spätestens 12 Wochen vor dem Prüfungstermin in der Geschäftsstell des Verbandes in zweifacher schriftlicher Ausführung und in zweifacher Ausführung auf CD im PDF-Format eingereicht werden, um für die Prüfung zugelassen zu werden. Die Prüfungsteile II. bis IV. sollten innerhalb eines Prüfungstermins abgelegt werden und müssen vor der Prüfungskomission des Verbandes abgelegt werden. Alle Prüfungsteile werden von mehreren Prüfern abgenommen. Zu den Prüfungsteilen III. und IV. werden schriftliche Protokolle erstellt, der Prüfungsteil I. wird von zwei Prüfern schriftlich beurteilt. Die Bestimmungen zu den einzelnen Prüfungsteilen werden nachfolgend noch genauer beschrieben.

Wird ein Prüfungsteil nicht bestanden, gilt die gesamte Prüfung als nicht bestanden. Es muss jedoch nur der nicht bestandene Prüfungsteil an einem anderen Prüfungstermin wiederholt werden. Die Verbandsprüfungen werden vom "Ältesten Verband der Tierheilpraktiker Deutschlands" mindestens zweimal jährlich durchgeführt. Nach der bestandenen Prüfung wird dem Prüfling ein Zertifikat und ein Zeugnis vom "Ältesten Verband der Tierheilpraktiker Deutschlands" ausgehändigt und er ist als Verbandsmitglied berechtigt das Verbandszeichen zu verwenden.

Prüfungen von Tierheilpraktikerschulen werden nur anerkannt, wenn diese gemäß den Prüfungsrichtlinien und von der Prüfungskomission des Verbandes abgenommen wurden.

Die Prüfungsgebühr von 150,00 € ist parallel mit der Anmeldung zur Prüfung auf das Konto (Nr. 190 201 715, BLZ: 720 501 01, Kreissparkasse Augsburg) vom "Ältesten Verband der Tierheilpraktiker Deutschlands" zu überweisen.

 

2. Prüfungsteile

2.1 Facharbeit

Die Facharbeit soll die fachliche Qualifikation des Autors zeigen. Sie soll physiologische, pathologische, therapeutische und naturheilkundliche Bereiche oder Bereiche, mit denen der Tierheilpraktiker im Rahmen seiner Tätigkeit konfrontiert sein kann, umfassen. Der Prüfling kann einThema - in Absprache mit dem "Ältesten Verband der Tierheilpraktiker Deutschlands" - selbst wählen.

Die Facharbeit muss folgenden Rahmenbedingungen entsprechen:

  • Umfang zwischen 20 und 60 Seiten
  • Din A4-Format, nur einseitig beschriftet
  • Schriftgröße 12
  • Zeilenabstand 1,5
  • Inhaltsverzeichnis mit Seitenangaben
  • im Anhang muss ein Literatur- und Quellenverzeichnis für Text und Bilder angegeben sein
  • eingefügte Bilder sind zu beschriften
  • es muss eine eidesstattliche Erklärung über die selbstständige Erstellung der Facharbeit beiliegen
  • als fester Einband mit Spiralbindung o.ä. (lose Blattsammlungen müssen von der Prüfungskomission nicht anerkannt werden)
  • Titel und Autor/in müssen auf der Außenseite der Facharbeit zu lesen sein
  • aus dem Titel muss klar ersichtlich sein, dass es sich um eine Facharbeit handelt, Formulierungen wie "Diplomarbeit" o. ä. werden nicht anerkannt

 

Den Leitfaden für die Erstellung der Facharbeit finden Sie im Anhang oder auf der Homepage des Verbandes (www.thp-verband.de).

Die Facharbeit muss spätestens 12 Wochen vor dem gewählten Prüfungstermin in zweifacher Ausführung beim "Ältesten Verband der Tierheilpraktiker Deutschlands" in der Geschäftstelle eingegangen sein.

2.2 Schriftliche Prüfung

Die schriftliche Prüfung umfasst 75 Fragen. Die Prüfungszeit beträgt 120 Minuten. Die Fragen werden ohne Ausnahme aus dem geltenden Fragenkatalog des Verbandes entnommen. Sie werden als MultipleChoice-Fragen oder Freifragen vorgelegt. Die schriftliche Prüfung beinhaltet folgende Themenbereiche:

  • Anatomie
  • Physiologie
  • Pathologie
  • Therapieverfahren
  • Hygiene
  • Berufs- und Gesetzeskunde

(Der Rechtsfragenanteil beträgt ca. 30% der schriftlichen Prüfung.)

Bei den MultipleChoice-Fragen sind die Anzahl der möglichen richtigen Antworten je Frage angegeben. Werden mehr als die angegebene Zahl der richtigen Antwortmöglichkeiten angezeichnet, gilt die Frage als gesamt falsch beantwortet. Wird die angegebene Anzahl der richtigen Antwortmöglichkeiten oder weniger angezeichnet, werden die richtigen Antworten gewertet.

Bei den Freifragen wird die zu erreichende Punktzahl angegeben. Die Beantwortung der Freifragen muss die geforderten richtigen Stichworte enthalten, die Form der Antwort (Satzbau) wird nicht in die Bewertung einbezogen.

Die schriftliche Prüfung gilt als bestanden, wenn 60% der zu erreichenden Punktzahl erreicht wurde.

2.3 Praktische Prüfung 

Die Prüfzeit beträgt i. d. R. 30 Minuten je Prüfling.

Die praktische Prüfung:

  • findet i.d.R. am Hund statt
  • schließt Fragen zur angewandten Anatomie und Physiologie mit ein
  • soll die Möglichkeit bieten, medizinische Verabreichungsmöglichkeiten darzustellen
  • soll die Möglichkeit bieten, Untersuchungstechniken zeigen zu lassen
  • zeigt, ob Untersuchungsgänge sebstständig und eigenverantwortlich durchgeführt werden können
  • soll den Gesamteindruck des Prüflings abrunden

2.4 Mündliche Prüfung

Die Prüfzeit beträgt i. d. R. 15 Minuten je Prüfling. Die Fragestellung ergibt sich aus:

  • Berufs- und Gesetzeskunde
  • Fragen zur vorgelegten Facharbeit
  • Evtl. Themenlücken in der schriftlichen Prüfung
  • Fallbeispielen
  • Differentialdiagnostik/Therapiemethoden
  • Physiologie

3. Inkrafttreten

Diese Prüfungsrichtlinien wurden vom "Ältesten Verband der Tierheilpraktiker Deutschlands, seit 1931 e.V." beschlossen und treten am 01.Oktober 2011 in Kraft.

 


 

Kenntnisüberprüfung für Tierheilpraktiker

Leitfaden für Facharbeiten

Das Thema muss in jedem Fall mit der Prüfungskommission abgeklärt und von dieser genehmigt werden. Zur Klärung von Fragen steht ein Ansprechpartner aus der Prüfungskommission zur Verfügung.

Es ist eine Eidesstattliche Erklärung darüber abzugeben, dass die Arbeit selbständig und ohne fremde Hilfe erstellt wurde (Extrablatt).

1. Ziel der Facharbeit

Mit der Facharbeit soll der / die zu prüfende Tierheilpraktiker/in nachweisen, dass er / sie in der Lage ist, eine praxisorientierte Aufgabenstellung selbstständig und methodisch zu bearbeiten. Das Thema soll im Regelfall eine Problemstellung umfassen, wie sie im Berufsleben eines Tierheilpraktikers in der Praxis auftreten kann. Dabei kann z.B. in Form eines Literaturvergleiches ein bestimmtes Thema bearbeitet werden, eine während eines Praktikums bearbeitete Problemstellung ausgewählt oder Praxisfälle verglichen werden.

2. Aufbau der Arbeit

Die Gliederung der Facharbeit orientiert sich an den Erfordernissen der Themenstellung.

1. Inhaltsverzeichnis 2. Einleitung in das Thema, ggf. auch Präzisierung und Einschränkungen 3. Zielsetzung und Aufgabenstellung 4. Material und Methoden / Daten (falls Fremddaten verwendet wurden) 5. Ergebnisse 6. Diskussion 7. Zusammenfassung (maximal eine Seite) 8. Literaturverzeichnis und ggf. andere Anhänge

3. Erläuterung der einzelnen Teilbereiche

zu 2. Einleitung

In der Einleitung soll dem Leser eine Einführung in das Thema / die Problematik gegeben werden, z.B. die ätiologie einer Erkrankung. Die Einleitung / Einführung des Themas sollte - bei medizinischen Themen - aktuelle medizinische Erkenntnisse beinhalten.

zu 3. Aufgabenstellung

Die Aufgabenstellung und Zielsetzung legt in wenigen Sätzen dar, warum das Thema interessant ist und bearbeitet wird ( „ Die vorliegende Arbeit hat das Ziel....“). Alles was in der Arbeit folgt, muss sich daraus ableiten.

zu 4. Material und Methoden

Im Methodenteil wird das, was in der Arbeit gemacht wurde, so dargestellt, dass es für den Leser nachvollziehbar ist. In diesem Teil werden noch keine Ergebnisse vorgestellt. Bei einer reinen vergleichenden Literaturarbeit sollen hier die im Ergebniss- und Diskussionsteil verglichenen Behandlungsmethoden kurz erläutert und beschrieben werden (ebenfalls diskutierte Medikamente kurz erwähnen).

zu 5. Ergebnisse

Im Ergebnissteil werden die Ergebnisse genannt, die sich direkt aus den erläuterten Methoden ableiten. Eine Vermischung zwischen Darstellung der Methode und der Ergebnisse ist zu vermeiden. Die Ergebnisse werden neutral genannt und erläutert. Eigene Interpretationen gehören erst in die Diskussion. Tabellen und Abbildungen müssen im Text erläutert werden.

zu 6. Diskussion

Im Diskussionsteil bringt der Autor / die Autorin seine eigenen Erfahrungen und Bewertungen ein. Die Diskussion kann sich auf die gewählten Methoden und die Ergebnisse beziehen.

zu 7. Zusammenfassung

In der Zusammenfassung werden die Aufgabenstellung und Zielsetzung sowie die daraus resultierenden Ergebnisse mit Diskussion auf maximal eine Seite zusammengefasst. Die Zusammenfassung soll für einen Leser nachvollziehbar sein, der nicht die ganze Arbeit gelesen hat.

zu. 8. Literaturverzeichnis

Aufbau der Literatur-Zitate :

Alle aus fremden Quellen wörtlich oder sinngemäß übernommene Aussagen, Gedankengänge, Zahlen usw. sind als geistiges Eigentum anderer zu belegen. Literaturangaben müssen einheitlich und durchgängig zitiert werden.

Fußnoten und sonstige Anmerkungen sind auf der jeweiligen Textseite, zu der sie gehören, anzugeben.

Beispiele:

Zeitschriften:

1. Hajek R: Bachblüten - eine Therapie, die sich nicht mehr wegdiskutieren läßt. Ganzheitliche Tiermedizin1991; 6: 93-97

2. Grünig G, Hermann M, Jorisch S, Schärer C, von Fellenberg R: Proteaseaktivität im Tracheobronchialsekret von Pferden mit COPD: Pathophysiologische Bedeutung. Pferdeheilkunde - Zeitschrift für Wissenschaft und Praxis, Juli/August 1990: 1:55 ff.

Monographien:

1. Westermayer E: Lehrbuch der Veterinärakupunktur. Bd. 2: Akupunktur des Pferdes. Karl F. Haug Verlag, Heidelberg 1993.

2. Maciocia G: Die Grundlagen der Chinesischen Medizin. Verlag für Traditionelle Medizin, Dr. Erich Wühr, Krötzingen/Bayer. Wald 1994.

Buchbeiträge:

1. Kellner H: Weichteile und Gelenke. In: Zoller WG, Grasser U, Zoller N (Hrsg): Einführung in die Ultraschalldiagnostik. Karger-Verlag, Basel 1992: 216-228

Zitate aus dem Internet

bei Zitaten aus dem Internet sind Autor, Titel, Internet-Seite zu nennen

Drucker PF: The social transformation of this century. Http://ksgwww.harvard.edu/~ksgpress/drucklec.htm, 27.09.1995

Bitte in jedem Fall zitierte Quellen ausdrucken und als Nachweis archivieren.

4. Form und Gestaltung

Die Facharbeit sollte mindestens 20 Textseiten (DIN A4) umfassen und maximal 60 Seiten nicht überschreiten.

Die Arbeit beginnt mit einem unpaginierten Titelblatt, der nachfolgenden ebenfalls unpaginierten Eidesstattlichen Erklärung und dem ebenfalls unpaginierten Inhaltsverzeichnis. Die nachfolgenden Seiten werden fortlaufend mit arabischen Ziffern gezählt. Die Arbeit endet mit dem - unpaginierten - Literaturverzeichnis.

Alle Textseiten haben das Format DIN A4 und werden nur einseitig beschriftet. Die Ränder betragen oben, unten, rechts und links 2,5 cm. Der Zeilenabstand sollte 1,5 betragen, die Schriftgröße 12. Tabellen und Abbildungen sind fortlaufend zu nummerieren.

Die Bewertungskriterien richten sich in erster Linie auf den Inhalt und nicht auf die graphische Aufbereitung der Facharbeit.

5. Beispiel-Gliederung einer Facharbeit

Themenbeispiel:

Hufrehe: Vergleich schulmedizinischer und naturheilkundlicher Therapien bei einer akuten Hufrehe

Gliederung

Einleitung:

Was ist Hufrehe; klinisches Bild ätiologie / Ursachen

Aufgabenstellung:

Literaturvergleich der schulmedizinischen und naturheilkundlichen Behandlung einer akuten Hufrehe

Material und Methoden:

Kurze Beschreibung der eingesetzten Medikamente und Methoden schulmedizinisch und alternativ ( klassische Homöopathie, Phytotherapie; Akupunktur); kurze Erläuterung zu der jeweiligen Therapiemethode über Funktion und Wirkungsweise

Begleitmaßnahmen die sowohl bei einer schulmedizinischen als auch einer alternativen Therapie nötig sind; wie z.B. Diätetik, Aderlass, Rehebeschlag oder eingipsen (Vor- und Nachteile); auf Sand stellen; usw.; diese Punkte sind hier jedoch, weil sie begleitend zur Therapie gehören nur kurz abzuhandeln.

Ergebnisse

Schulmedizinische Behandlung: eingesetzte Medikamente; welchen Zweck verfolgt deren Einsatz; Therapieverlauf;

Alternatives Behandlungskonzept:

z.B. Einsatz von klassischer Homöopathie: welche Mittel kommen in Frage und warum; welchen Zweck verfolgt deren Einsatz; Einsatz von TCM: welche Meridiane sind betroffen welche Disharmoniemuster können zu Grunde liegen usw.

Einsatz von Phytotherapie: warum welche Kräuter eingesetzt werden, welches Ziel wird angestrebt; Therapieverlauf und Erfolg

Gegenüberstellung der beiden Verfahren

Diskussion

Diskutieren über das Für und Wider beider Therapien; Vor- und Nachteile; Zeitdauer der Heilung; Kosten; Rezidivverhinderung; welche Therapie ist hier der andern überlegen;

Zusammenfassung

die eine Seite nicht überschreiten soll und alle bearbeiteten Punkte kurz und prägnant beschreiben

Literaturverzeichnis